IPTV: Zahlreiche Medienunternehmen planen Windows 8-Apps

Zattoo unter Windows 8
Mit Zattoo kann unter Windows 8 Live-Fernsehen gesehen werden.
Schon kurz nach dem Release von Windows 8 Ende Oktober 2012 hatte ProSieben eine passende App für das Betriebssystem im Programm. Der Sender stand damit lange Zeit allein als Sender mit einer eigenen App auf dem System da. Doch die Konkurrenz wächst schnell. Wie das Portal Teltarif.de berichtet werden in diesem Jahr viele große Medienunternehmen eine eigene App für Windows 8 und Windows RT bereitstellen, mit denen Inhalte als Video on Demand oder im Live TV zur Verfügung stehen.

N-TV hat vor kurzem eine eigene Windows 8 App veröffentlicht

Die Reihe an Releases für Windows 8 im Jahr 2013 startete der Nachrichtensender n-TV, der vor wenigen Tagen eine eigene Anwendung für das System bereitstellte. Darin können Nachrichten gelesen, Liveticker verfolgt und Videoinhalte abgerufen werden. Damit steht die erste App des Medienunternehmens RTL zur Verfügung. Die Mediengruppe plant in diesem Jahr noch mit RTL Inside die Second Screen Plattform des Senders als Windows 8 App zu veröffentlichen. Darin haben Nutzer dann auf dem System die Möglichkeit, Informationen über eine Sendung während der Ausstrahlung abzurufen und über die Inhalte auf dem Fernseher zu chatten. Das Unternehmen plant zudem in diesem Jahr noch weitere Windows 8 Apps zu veröffentlichen.

Live TV gibt’s derzeit nur über Zattoo und FilmOn

Auch die ProSiebenSat.1 Gruppe hat weitere Produkte für Windows 8 im Visier. So soll in diesem Jahr noch eine MyVideo App erscheinen. Weitere Apps werden derzeit laut Aussage des Unternehmens geprüft. Auch das ZDF wird in diesem Jahr noch eine eigene App der Mediathek veröffentlichen. Live-Inhalte sind bei den Apps der Medienunternehmen wie auch bereits unter iOS und Android derzeit eher noch Mangelware. Doch auch hier gibt es für Windows 8 bereits passende Angebote. So ist seit einigen Wochen eine App des IPTV-Dienstes Zattoo erhältlich, die alle öffentlich-rechtlichen Sender sowie einige private Fernsehsender mit im Programm hat. Die App „Live TV“ von Film On bietet ebenfalls diverse Liveprogramme des nationalen und internationalen Fernsehens mit Hilfe einer eigenen App unter Windows 8 an.

IPTV-Quotenmessung: Kleine Sender profitieren von der Messung

Das Logo der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung
Die ersten IPTV Quoten zeigen: Die großen Sender verlieren, die kleinen gewinnen.
Mit Hilfe des Audiomatchings hat die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung im August dieses Jahres ein neues Verfahren eingeführt, mit dem erstmals die Quoten von IPTV erhoben werden sollten. Das soll, so die AGF, bisher recht zuverlässig funktionieren. Das Audiomatching ist ein Verfahren, bei dem der Ton einer Sendung analysiert und einer Sendung zugeordnet wird. Die ersten Daten wurden zwischen August und Oktober erhoben und jetzt veröffentlichtNur in 10 Prozent aller Fälle konnte die Zuordnung nicht erfolgen. Das kann zum einen an technischen Problemen, zum anderen aber auch an der Nutzung von Video-on-Demand Inhalten liegen. Die werden nämlich nur bis drei Tage nach Ausstrahlung einer Sendung erfasst. Speziell die größeren Sender können mit den Ergebnissen jedoch nicht so wirklich zufrieden sein, denn sie verlieren massiv bei IPTV Nutzern.

Große Sender verlieren massiv an Reichweite

Die Unterschiede mögen auch deswegen zustande kommen, weil die Demografie der IPTV-Nutzer eine andere ist als die des traditionellen Fernsehzuschauers. Im Durchschnitt ist der Zuschauer jünger, lebt häufiger in der Großstadt, hat ein größeres Einkommen und der Anteil an Männern ist deutlich höher. Auch der Anteil an Pay-TV Nutzern ist größer. Die Unterschiede der Demografie spiegeln sich sehr deutlich in den Marktanteilen wieder. So hat RTL in der werberelevanten Zielgruppe zwischen 14 und 49 statt einem Marktanteil von 15,2 Prozent beim klassischen Fernsehen im IPTV nur noch 10,4 Prozent. Auch Sat.1 hat mit 6,8 statt 9,6 Prozent gegenüber dem klassischen Fernsehen etwas eingebüßt. Auch die öffentlich-rechtlichen Programme haben Einbußen erleiden müssen. Die ARD kam auf 5,2 statt 7,0 Prozent während das ZDF 5,6 statt 6,9 Prozent der Zuschauer für sich begeistern konnte. Den größten Verlust hat RTL 2 hinnehmen müssen. Das Programm erreichte nur 3,0 Prozent aller IPTV Zuschauer, während im klassischen Fernsehen immerhin 6,6 Prozent erreicht werden. Nur ähnlich gut schlug sich das Programm von ProSieben. Im klassischen Fernsehen kann das Programm 10,9 Prozent der Zuschauer erreichen, im IPTV immerhin noch 10,5 Prozent.

Informationssender punkten beim IPTV Publikum

Eine Überraschung bei der Messung war das Programm von DMAX. Während es im klassischen Fernsehen einen durchschnittlichen Marktanteil von 1,3 Prozent verbuchen kann sehen via IPTV immerhin 2,8 Prozent zu. Teilweise erreichten Sendungen sogar bis zu 30 Prozent Marktanteil. Auch die Infosender konnten bei der Erhebung überzeugen. Phoenix erreichte via IPTV 2,5 statt der vom klassischen Fernsehen bekannten 1,0 Prozent. N24 schaffte mit 2,1 Prozent gegenüber 1,5 Prozent auch im IPTV einen leichten Gewinn. Die RTL Konkurrenz n-tv hat im IPTV lediglich ein kleines Wachstum von 0,2 Prozent gegenüber der Quote des klassichen Fernsehens erreichen können. Am meisten überraschte bei IPTV wahrscheinlich ZDF Info. Das Programm, welches beim klassischen Fernsehen nur 0,6 Prozent aller Zuschauer erreicht schaffte im Internetfernsehen immerhin 2,5 Prozent. ZDF Neo profitiert ebenfalls vom IPTV und konnte einen Marktanteil von 1,3 statt 0,6 Prozent erreichen. Doch auch kleine Sender verlieren im IPTV. So hat zum Beispiel Sixx mit 0,7 statt 1,0 Prozent dazu. Auch Tele 5 schlägt sich mit 0,6 statt 1,3 Prozent erheblich schlechter. Ein genereller Trend: IPTV Haushalte schauen im Schnitt mehr Sportübertragungen und Serien, dafür aber erheblich weniger Filme.

Microsoft plant mit XBox TV eine eigene Set-Top Box

XBox-Oberfläche
Quelle: Basic Thinking
Microsoft hat erst vor kurzem mit Windows 8 und Windows Phone 8 zwei neue Betriebssysteme herausgebracht, die im PC-, Tablet- und Smartphone-Markt neue Impulse setzen wollen. Offensichtlich ist damit aber noch nicht das Ende der Releases angebrochen, denn das Unternehmen plant mit XBox TV eine eigene Set-Top Box auf den Markt zu bringen, die an die hauseigenen Medienangebote angeschlossen ist und zusätzlich auch für die Darstellung von TV Inhalten geeignet sein soll. Das berichtet das Portal „The Verge“ (hier) unter Berufung auf Microsoft-nahe Quellen. Das Gerät soll bereits 2013 neben der der Spielkonsole XBox vorgestellt werden und eine abgespeckte Version dieser darstellen.

Kleine Spiele sind auf dem Gerät ebenfalls möglich

Die Box soll Microsoft noch größeren Raum im Wohnzimmer geben. Daran angeschlossen sind XBox Music sowie das hauseigenen Video-on-Demand Angebot. Die Box soll auf Basis des Betriebssystems Windows 8 laufen, womit Programmierer auch eigene Anwendungen für die Box zur Verfügung stellen können. Die Hardware wird als „Always On“ konzipiert sein. Das heißt sie soll schnell einsatzbereit sein. Neben den Video- und TV Angeboten soll es über das Gerät auch möglich sein, kleinere Spiele zu spielen. Die sind zwar nicht auf dem Standard der normalen XBox Spiele, sollen aber durchaus für Zwischendurch gut geeignet sein. Microsoft selbst hat sich schon dazu geäußert, XBox auch in Zukunft nicht mehr nur als reines Spielangebot betreiben zu wollen. Man habe bereits einige Partnerschaften mit Content-Anbietern, die ein breites Angebot ermöglichen.

XBox System soll auf mehrere Geräte skalierbar werden

Damit die Umsetzung des Systems auf weitere Plattformen klappt hat Microsoft das XBox System so skalierbar wie möglich gemacht. Das bedeutet, dass eine große Anzahl von Geräten mit dieser Plattform betrieben werden kann. Microsoft reiht sich mit seinem Vorstoß  in die Set-Top-Box Angebote von Apple und Google mit ein. Beide Hersteller haben bisher eher einen mäßigen Erfolg was deren TV Plattform betrifft. Vielleicht kann Microsoft mit seinem System hier den entscheidenden Unterschied machen.

Apple plant Verbindung zwischen Live- und On Demand Fernsehen

Die aktuelle Version von Apple TV.
Apple will mit einer eigenen Set-Top-Box in den Bereich des Kabelfernsehens einsteigen. – Bild: Apple

Über einen Fernseher von Apple wird schon seit längerer Zeit gesprochen. Bisher gibt es wenig Konkretes zu einem solchen Produkt. Apple feilt aber weiter daran im Fernsehbereich Fuß zu fassen. Derzeit sollen, so berichtet das Wall Street Journal, mit verschiedenen Kabelnetzwerken Verhandlungen laufen, die es Apple ermöglichen, eine Set-Top-Box zu Veröffentlichen, mit der Kabelfernsehen gesehen werden kann. Das Unternehmen plant dabei auch eine Videorecorderfunktion zu integrieren.

Oberfläche soll ähnlich der des iPad sein

Das Interessante an dem Videorecorder ist, dass er in der Cloud aufgenommene Sendungen speichern soll. Per Oberfläche auf dem Fernsehschirm soll eine Sendung zum Aufzeichnen ausgewählt werden. Der Dienst speichert die Sendung dann auf den Servern von Apple und ermöglicht unmittelbar nach Ende des Programms den Abruf über verschiedene Endgeräte. Dabei will Apple die Oberfläche von Apple TV, welches anscheinend in einer veränderten Version als Set-Top-Box erscheinen soll, komplett verändern. Das Gerät soll eine ähnliche Oberfläche wie das iPad bekommen. Zusätzlich soll noch Platz für Social Media Inhalte geschaffen werden. Ein Problem machen im Moment aber noch die Anbieter des Kabelfernsehens in den USA.

Rechtesituation im Bezug auf digitalen Videorecorder noch ungeklärt

Time Warner und Comcast müssen noch mit den Rechteinhabern der Inhalte verhandeln, inwieweit eine Speicherung der iCloud möglich ist. Sollten die Verhanldungen erfolgreich sein, so könnte die Apple Set-Top-Box sogar sehr günstig angeboten werden. Aufgrund einer Subventionierung wäre ein Preis zwischen 10 und 15 Dollarn denkbar. Schon seit längerem plant Apple den Einstieg in den Fernsehbereich. Bisherige Vorstellungen des Unternehmens sind unter Anderem an der Lizensierung gescheitert. Apple wollte, so berichten diverse Kabelnetzwerke, für die Inhalte der Sender zu wenig zahlen. Zudem wollten die Kabelanbieter sich die Lizensierungsbedingungen nicht von dem Computerkonzern diktieren lassen. Mit dem neuen Anlauf könnte Apple durchaus Erfolg haben, denn immerhin gibt es in den USA schon ähnliche Anbieter wie das weiterverbreitete Tivo, die eine Videorecorderfunktion in die eigenen Geräte mit integriert haben.

Olympia im IPTV: Smart TV Besitzer und Entertainkunden im Vorteil

ARD und ZDF setzen bei Olympia 2012 auf IPTV
Quelle: ARD
Schon immer waren die olympischen Spiele ein Großereignis, sodass auch die öffentlich rechtlichen Fernsehprogramme ein großes Medienangebot auffuhren. Während in den vergangenen Jahren immer die Digitalkanäle von ARD und ZDF für die Übertragung von olympischen Disziplinen genutzt wurden setzen die öffentlich rechtlichen Programme in diesem Jahr voll auf IPTV und bieten per Smart TV sechs zusätzliche Kanäle an. Auch die Deutsche Telekom bietet über Entertain mit „Sport interaktiv“ ein neues Angebot für IPTV Kunden an, die kompakte Informationen rund um die Olympiade in London konsumieren wollen.

Zusätzliche Sportkanäle sind auch über Smartphones empfangbar

Auf die zusätzlichen Olympiakanäle kann via Hbb-TV oder per Livestream über verschiedene Endgeräte zugegriffen werden. Die Livestreams werden allerdings nicht in HD, sondern nur in SD Qualität angeboten. Immerhin zwei Drittel aller Streams sollen von Reportern von ARD und ZDF kommentiert werden.

Voraussetzung für die Nutzung der Olympiakanäle ist der Besitz eines Smart TV Gerätes. Alternativ gibt es seitens der öffentlich rechtlichen Programme jedoch auch eine App für die VideoWeb TV Box, sodass auch Nicht Smart TV Nutzer in den Genuss der Olympiaübertragungen kommen.

60 Stunden Sport täglich versprechen ARD und ZDF über die genannten Ausspielwege. Die Streams von ARD und ZDF erlauben auch das Time Shifting, sodass Die Deutsche Telekom konzentriert sich bei seinem zusätzlichen Angebot „Sport interaktiv“ eher auf die Berichterstattung per Text und in Übersichten.

Hintergrundinformationen zu Sportlern und Ereignissen in Videos

Im Rahmen des IPTV Angebotes Entertain wird mit „Sport interaktiv“ ein Informationsangebot zur Verfügung gestellt, dass auch die Sportler näher in den Vordergrund rückt. In zahlreichen Videos und Texten sollen die Athleten vorgestellt werden. Zusätzlich gibt es einen Medallienspiegel und einen Wettkampfplan. Sport zum Hören gibt es im Internet natürlich auch. Das Portal Podcast.de hat in einem Olympia Special sinnvolle Podcasts zusammengestellt, mit denen im Nachhinein auch die Ergebnisse der einzelnen Wettbewerbe sowie Interviews mit Sportlern und Analysen abgerufen werden können.