IPTV selbst machen: Lösungen für den eigenen Haushalt

Fritz.Box Cable
Die Fritz.Box Cable verteilt das DVB-C Signal im eigenen Haushalt. – Bild: AVM
Die Anzahl an IPTV Angeboten im Internet ist groß. Neben dem legalen Angebot von Zattoo gibt es eine Vielzahl illegaler Angebote, die sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Sender verbreiten. Die Nutzung ist mit Vorsicht zu genießen. Doch es gibt für den eigenen Haushalt noch eine Alternative: Per WLAN kann mit den richtigen Geräten quasi ein eigenes IPTV Netz im eigenen Haushalt geschaffen werden.

DVB-C im ganzen Haus mit der Fritz.Box 6360

Eine Möglichkeit bietet sich mit der Fritz.Box 6360, die in einer modifizierten Version auf der Computermesse CeBIT gezeigt wurde. Mit Hilfe eines digitalen Kabelanschlusses kann das Fernsehsignal der anliegenden Sender ganz einfach per WLAN verbreitet werden. Die Streams können mit dem VLC Player auf dem PC oder aber mit dem MX Player auf einem Android-Tablet angeschaut werden. Durch die Nutzung des digitalen Kabelanschlusses steht die volle Vielfalt an Sendern zur Verfügung. Allerdings können die Sender nur in SD-Qualität gesehen werden. Zudem ist noch unbekannt, ob und wann die modifizierte Fritz.Box 6360 in den Handel kommt und ob mit einer eigenen App der Zugriff auf die TV Streams aus dem eigenen Netzwerk noch verbessert wird.

Der Tivizen iPlug stream DVB-T via WLAN

Eine weitere Lösung, die allerdings schon auf dem Markt ist, ist der Tivizen iPlug. In Deutschland wird das Gerät von iCube vertrieben. Es handelt sich dabei um einen DVB-T Empfänger, der einfach an der Steckdose angeschlossen werden kann. Über die integrierte Antenne kann das DVB-T Signal entweder an PC’s, Smartphones oder Tablets gestreamt werden. Dafür wird lediglich eine passende App benötigt, die für Windows, Android und iOS verfügbar ist. Vorteilhaft ist diese Art besonders für Nutzer, die möglichst unkompliziert Fernsehen in guter Qualität genießen wollen. Auch die Aufnahme von Fernsehprogrammen mit Hilfe der Apps ist möglich. Nachteilig ist jedoch, dass in vielen Bundesländern lediglich einzelne öffentlich-rechtliche Programme über DVB-T gesehen werden können. Der Tivizen iPlug ist für rund 80 Euro erhältlich.

IPTV-Quotenmessung: Kleine Sender profitieren von der Messung

Das Logo der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung
Die ersten IPTV Quoten zeigen: Die großen Sender verlieren, die kleinen gewinnen.
Mit Hilfe des Audiomatchings hat die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung im August dieses Jahres ein neues Verfahren eingeführt, mit dem erstmals die Quoten von IPTV erhoben werden sollten. Das soll, so die AGF, bisher recht zuverlässig funktionieren. Das Audiomatching ist ein Verfahren, bei dem der Ton einer Sendung analysiert und einer Sendung zugeordnet wird. Die ersten Daten wurden zwischen August und Oktober erhoben und jetzt veröffentlichtNur in 10 Prozent aller Fälle konnte die Zuordnung nicht erfolgen. Das kann zum einen an technischen Problemen, zum anderen aber auch an der Nutzung von Video-on-Demand Inhalten liegen. Die werden nämlich nur bis drei Tage nach Ausstrahlung einer Sendung erfasst. Speziell die größeren Sender können mit den Ergebnissen jedoch nicht so wirklich zufrieden sein, denn sie verlieren massiv bei IPTV Nutzern.

Große Sender verlieren massiv an Reichweite

Die Unterschiede mögen auch deswegen zustande kommen, weil die Demografie der IPTV-Nutzer eine andere ist als die des traditionellen Fernsehzuschauers. Im Durchschnitt ist der Zuschauer jünger, lebt häufiger in der Großstadt, hat ein größeres Einkommen und der Anteil an Männern ist deutlich höher. Auch der Anteil an Pay-TV Nutzern ist größer. Die Unterschiede der Demografie spiegeln sich sehr deutlich in den Marktanteilen wieder. So hat RTL in der werberelevanten Zielgruppe zwischen 14 und 49 statt einem Marktanteil von 15,2 Prozent beim klassischen Fernsehen im IPTV nur noch 10,4 Prozent. Auch Sat.1 hat mit 6,8 statt 9,6 Prozent gegenüber dem klassischen Fernsehen etwas eingebüßt. Auch die öffentlich-rechtlichen Programme haben Einbußen erleiden müssen. Die ARD kam auf 5,2 statt 7,0 Prozent während das ZDF 5,6 statt 6,9 Prozent der Zuschauer für sich begeistern konnte. Den größten Verlust hat RTL 2 hinnehmen müssen. Das Programm erreichte nur 3,0 Prozent aller IPTV Zuschauer, während im klassischen Fernsehen immerhin 6,6 Prozent erreicht werden. Nur ähnlich gut schlug sich das Programm von ProSieben. Im klassischen Fernsehen kann das Programm 10,9 Prozent der Zuschauer erreichen, im IPTV immerhin noch 10,5 Prozent.

Informationssender punkten beim IPTV Publikum

Eine Überraschung bei der Messung war das Programm von DMAX. Während es im klassischen Fernsehen einen durchschnittlichen Marktanteil von 1,3 Prozent verbuchen kann sehen via IPTV immerhin 2,8 Prozent zu. Teilweise erreichten Sendungen sogar bis zu 30 Prozent Marktanteil. Auch die Infosender konnten bei der Erhebung überzeugen. Phoenix erreichte via IPTV 2,5 statt der vom klassischen Fernsehen bekannten 1,0 Prozent. N24 schaffte mit 2,1 Prozent gegenüber 1,5 Prozent auch im IPTV einen leichten Gewinn. Die RTL Konkurrenz n-tv hat im IPTV lediglich ein kleines Wachstum von 0,2 Prozent gegenüber der Quote des klassichen Fernsehens erreichen können. Am meisten überraschte bei IPTV wahrscheinlich ZDF Info. Das Programm, welches beim klassischen Fernsehen nur 0,6 Prozent aller Zuschauer erreicht schaffte im Internetfernsehen immerhin 2,5 Prozent. ZDF Neo profitiert ebenfalls vom IPTV und konnte einen Marktanteil von 1,3 statt 0,6 Prozent erreichen. Doch auch kleine Sender verlieren im IPTV. So hat zum Beispiel Sixx mit 0,7 statt 1,0 Prozent dazu. Auch Tele 5 schlägt sich mit 0,6 statt 1,3 Prozent erheblich schlechter. Ein genereller Trend: IPTV Haushalte schauen im Schnitt mehr Sportübertragungen und Serien, dafür aber erheblich weniger Filme.

Apple plant Verbindung zwischen Live- und On Demand Fernsehen

Die aktuelle Version von Apple TV.
Apple will mit einer eigenen Set-Top-Box in den Bereich des Kabelfernsehens einsteigen. – Bild: Apple

Über einen Fernseher von Apple wird schon seit längerer Zeit gesprochen. Bisher gibt es wenig Konkretes zu einem solchen Produkt. Apple feilt aber weiter daran im Fernsehbereich Fuß zu fassen. Derzeit sollen, so berichtet das Wall Street Journal, mit verschiedenen Kabelnetzwerken Verhandlungen laufen, die es Apple ermöglichen, eine Set-Top-Box zu Veröffentlichen, mit der Kabelfernsehen gesehen werden kann. Das Unternehmen plant dabei auch eine Videorecorderfunktion zu integrieren.

Oberfläche soll ähnlich der des iPad sein

Das Interessante an dem Videorecorder ist, dass er in der Cloud aufgenommene Sendungen speichern soll. Per Oberfläche auf dem Fernsehschirm soll eine Sendung zum Aufzeichnen ausgewählt werden. Der Dienst speichert die Sendung dann auf den Servern von Apple und ermöglicht unmittelbar nach Ende des Programms den Abruf über verschiedene Endgeräte. Dabei will Apple die Oberfläche von Apple TV, welches anscheinend in einer veränderten Version als Set-Top-Box erscheinen soll, komplett verändern. Das Gerät soll eine ähnliche Oberfläche wie das iPad bekommen. Zusätzlich soll noch Platz für Social Media Inhalte geschaffen werden. Ein Problem machen im Moment aber noch die Anbieter des Kabelfernsehens in den USA.

Rechtesituation im Bezug auf digitalen Videorecorder noch ungeklärt

Time Warner und Comcast müssen noch mit den Rechteinhabern der Inhalte verhandeln, inwieweit eine Speicherung der iCloud möglich ist. Sollten die Verhanldungen erfolgreich sein, so könnte die Apple Set-Top-Box sogar sehr günstig angeboten werden. Aufgrund einer Subventionierung wäre ein Preis zwischen 10 und 15 Dollarn denkbar. Schon seit längerem plant Apple den Einstieg in den Fernsehbereich. Bisherige Vorstellungen des Unternehmens sind unter Anderem an der Lizensierung gescheitert. Apple wollte, so berichten diverse Kabelnetzwerke, für die Inhalte der Sender zu wenig zahlen. Zudem wollten die Kabelanbieter sich die Lizensierungsbedingungen nicht von dem Computerkonzern diktieren lassen. Mit dem neuen Anlauf könnte Apple durchaus Erfolg haben, denn immerhin gibt es in den USA schon ähnliche Anbieter wie das weiterverbreitete Tivo, die eine Videorecorderfunktion in die eigenen Geräte mit integriert haben.

Olympia im IPTV: Smart TV Besitzer und Entertainkunden im Vorteil

ARD und ZDF setzen bei Olympia 2012 auf IPTV
Quelle: ARD
Schon immer waren die olympischen Spiele ein Großereignis, sodass auch die öffentlich rechtlichen Fernsehprogramme ein großes Medienangebot auffuhren. Während in den vergangenen Jahren immer die Digitalkanäle von ARD und ZDF für die Übertragung von olympischen Disziplinen genutzt wurden setzen die öffentlich rechtlichen Programme in diesem Jahr voll auf IPTV und bieten per Smart TV sechs zusätzliche Kanäle an. Auch die Deutsche Telekom bietet über Entertain mit „Sport interaktiv“ ein neues Angebot für IPTV Kunden an, die kompakte Informationen rund um die Olympiade in London konsumieren wollen.

Zusätzliche Sportkanäle sind auch über Smartphones empfangbar

Auf die zusätzlichen Olympiakanäle kann via Hbb-TV oder per Livestream über verschiedene Endgeräte zugegriffen werden. Die Livestreams werden allerdings nicht in HD, sondern nur in SD Qualität angeboten. Immerhin zwei Drittel aller Streams sollen von Reportern von ARD und ZDF kommentiert werden.

Voraussetzung für die Nutzung der Olympiakanäle ist der Besitz eines Smart TV Gerätes. Alternativ gibt es seitens der öffentlich rechtlichen Programme jedoch auch eine App für die VideoWeb TV Box, sodass auch Nicht Smart TV Nutzer in den Genuss der Olympiaübertragungen kommen.

60 Stunden Sport täglich versprechen ARD und ZDF über die genannten Ausspielwege. Die Streams von ARD und ZDF erlauben auch das Time Shifting, sodass Die Deutsche Telekom konzentriert sich bei seinem zusätzlichen Angebot „Sport interaktiv“ eher auf die Berichterstattung per Text und in Übersichten.

Hintergrundinformationen zu Sportlern und Ereignissen in Videos

Im Rahmen des IPTV Angebotes Entertain wird mit „Sport interaktiv“ ein Informationsangebot zur Verfügung gestellt, dass auch die Sportler näher in den Vordergrund rückt. In zahlreichen Videos und Texten sollen die Athleten vorgestellt werden. Zusätzlich gibt es einen Medallienspiegel und einen Wettkampfplan. Sport zum Hören gibt es im Internet natürlich auch. Das Portal Podcast.de hat in einem Olympia Special sinnvolle Podcasts zusammengestellt, mit denen im Nachhinein auch die Ergebnisse der einzelnen Wettbewerbe sowie Interviews mit Sportlern und Analysen abgerufen werden können.

AGF: IPTV wird ab August in den Fernsehquoten ausgewiesen

Die Quotenerhebung wird auf IPTV Inhalte im August erweitert.
Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung plant eine Ausweitung der Quotenforschung auf IPTV Inhalte.
Noch sind es nur 3,1 Prozent aller deutschen Haushalte, die auf IPTV zurückgreiffen. Trotzdem möchte die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung damit beginnen, IPTV in den TV Quoten auszuweisen. Dabei soll nicht das übliche TC Score Verfahren zum Einsatz kommen. Stattdessen wird ein Audiomatching Verfahren angewendet, welches mit den Referenzsendern abgeglichen wird. Neue Geräte in den Testhaushalten sind nicht notwendig, um die Messung zu ermöglichen. Vielmehr muss lediglich eine kleine Ergänzung in Form eines UMX Gerätes hinzugeschalten werden.

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