Bitlove: Podcasts via Peer2Peer Verfahren verteilen

Bitlove Screenshot Podcasts verursachen für den Podcaster oftmals Hostingkosten, die je nach Beliebtheit des Podcasts auch mal etwas höher ausfallen können. Zwar gibt es Podcasthoster mit Trafficflatrate, jedoch lässt sich die Reichweite des Podcasts mit Hilfe des neuen Portals Bitlove auch kostenlos erheblich erweitern. Dabei kommt das BitTorrent Protokoll zum Einsatz, welches schon seit längerer Zeit im Internet zum Anbieten von größeren Downloads genutzt wird.

Anmeldung nicht mehr nur per Mail

Das Prinzip von Bitlove ist einfach: Ein Feed wird an Bitlove übermittelt. Daraus generiert die Seite einen neuen Podcastfeed und wandelt alle Podcastdateien in einen Torrent um. In die Seite integriert ist ein Podcastverzeichnis in dem bereits sämtliche auf Bitlove verfügbaren Podcasts gelistet sind. Die jeweiligen Podcasts werden mit der Anzahl der Seeders, Leechers und Downloads angezeigt. Auch ein Flattr Button ist auf der Seite integrierbar, mit dem einem Podcaster etwas Geld übermittelt werden kann. Das Prinzip von Bitlove funktioniert sowohl mit Audio- als auch Videopodcasts. Eine Anmeldung ist derzeit allerdings nur per E-Mail möglich. Im weiteren Verlauf ist jedoch auch geplant, dass sich Nutzer selbstständig auf der Seite anmelden Die Anmeldung steht jetzt offen (s. Kommentar von Astro) und ein umfangreiches Webinterface mit Statistiken nutzen können.

Peer2Peer kein vollwertiger Ersatz zum Podcasthoster

Der Download der Dateien von Bitlove funktioniert mit jedem gängigen Torrentclient. Ein Nachteil, der sich aus der Nutzung von Peer2Peer Diensten ergibt ist die fehlende Unterstützung von Podcastclients und -portalen. Der einzige unterstützte Client ist zur Zeit Prittorrent, welcher das Abonnieren von BitTorrent Feeds ermöglicht. Damit richtet sich Bitlove vor allem an versierte Computernutzer. Vor allem für Videopodcasts dürfte der Dienst allerdings im Bezug auf die Traffickosten lohnend sein. Eine Alternative zum P2P-Hosting ist der Dienst podcaster.de (www.podcaster.de), der gegen eine Gebühr Speicherplatz mit einer Trafficflatrate anbietet. Bitlove dürfte sich vor allem dann durchsetzen, wenn es einfach bedienbare Software nicht nur für den PC, sondern auch mobile Endgeräte gibt.

Die große Internetvideo Lüge

Mark Cuban hat in seinem Blog die Problematik vieler, gleichzeitiger Streams über das Internet aufgegriffen. Er kritisiert in seinem Artikel The Great Internet Video Lie, dass die wenigen CDN-Anbieter (CDN = Content Delivey Network) eine Monopolstellung für massenhafte Übertragung von Internetvideos innehaben. Sein Fazit ist, dass es günstiger sein dürfte viele, gleichzeitige Streams über Kabel oder Satellit auszuspielen. Für ihn ist daher Intervideo eine große Lüge.

Ich will Mark Cuban gar nicht widersprechen. Für 500.000 parallele Streams ist das Internet zur Zeit sicherlich nicht ausgelegt, deswegen aber Internetvideo als große Lüge zu betiteln, straft der Realität Lügen. Dort sieht es nämlich so aus, dass eben selten so viele Personen gleichzeitig einen Livestream verfolgen. Vielmehr liegen die Stärken von Internetfernsehen und Web-TV in den On-Demand Möglichkeiten. Dort funktioniert das Internet einwandfrei für massenhafte Verbreitung von Internetvideos. Was Mark auch vergessen hat, ist die Ausstrahlung über P2P-TV, was gerade mit wachsender Anzahl Zuschauer reibungsloser funktioniert.

EU plant Internet-Fernsehen auf BitTorrent-Basis

Die Europäische Union hat ein neues Projekt namens P2P Next ins Leben gerufen, in dessen Rahmen man ein neues Peer-to-Peer-System entwickelt, das zur Fernsehübertragung über das Internet genutzt werden soll. [Vollständiger Artikel]

Quelle: WinFuture

Ist das jetzt ein P2P-basiertes System oder ein P2P-basiertes System auf BitTorrent-Basis? Weiter unten im Artikel steht, dass das System auf BitTorrent aufsetzen wird. Das würde mich wundern, denn zu BitTorrent gibt es doch schon ein kommerzielles Unternehmen AFAIK.

Ich habe auch schon Live-TV mittels / über BitTorrent gesehen. Das ist ja an sich nichts mehr wirklich Neues. Ich bin gespannt, wie dort 14 Millionen Euro Fördermittel sinnvoll eingesetzt werden…