Microsoft verkauft Mediaroom an Ericsson

Mediaroom von Microsoft
Mediaroom gehört bald zu Ericsson. Quelle: Microsoft
Die IPTV Software Mediaroom ist spätestens seit dem Telekom-Angebot „Entertain“ bekannt. Die Microsoft-Software ist nämlich der Unterbau für das Medienangebot des rosa Riesen. Jetzt ist der Besitz von Mediaroom von Microsoft an Ericsson übergegangen. Der schwedische Netzausrüster hat die Plattform gekauft. Der Preis den Microsoft dafür gezahlt hat ist unbekannt. Noch ist der Verkauf nicht vollständig über die Bühne gegangen. Das schwedische Kartellamt muss noch zustimmen. Mit einem Abschluss des Verkaufes wird in der zweiten Jahreshälfte gerechnet.

Konzentration bei IPTV auf XBox-Plattform

Einen guten Grund neben dem sich aus dem Verkauf ergebenden Verdienst hat Microsoft natürlich auch. Das Unternehmen will sich stärker auf IPTV Dienste auf der XBox Plattform konzentrieren. Bereits seit Oktober 2011 können Nutzer der Spielekonsole XBox 360 passende Medienangebote wie etwa den Fernsehsender Sky, Zattoo oder auch Lovefilm nutzen. Teilweise stellen Sender sogar eigene IPTV-Anwendungen auf Basis der XBox-Plattform zur Verfügung. Die Reichweite des XBox-Angebotes ist dank großer Verkaufszahlen der Spielekonsole auch sehr ordentlich. Insgesamt 76 Millionen Konsolen konnten bisher verkauft werden. Abgesehen davon arbeitet Microsoft auch daran, die Medienplattform XBox auch auf andere Systeme wie etwa PC’s, Notebooks, Tablets sowie Smartphones zu portieren.

11 Millionen Mediaroom-Nutzer

Ähnlich wie bei Apple konnte Mediaroom eher als Hobby von Microsoft bezeichnet werden. Das Unternehmen hat die 400 Mitarbeiter, die an Mediaroom gearbeitet haben, 2010 in eine eigene Betriebseinheit ausgegliedert. Rund 11 Millionen Nutzer sollen weltweit auf Mediaroom zurückgreifen. IPTV Dienste führen im Vergleich zu den klassischen Empfangswegen wie Kabel oder Satellit derzeit noch ein Schattendasein. 2013 sollen über fünf Millionen Nutzer IPTV nutzen. Größter IPTV Dienstleister in Deutschland ist derzeit Zattoo. Der Dienst erlaubt den Zugriff auf alle öffentlich-rechtlichen und einige private Sender. IPTV Angebote bieten die Möglichkeit, Fernsehen nicht nur am PC oder am Fernseher zu schauen, sondern auch an Geräten wie etwa Smartphones oder Tablets. Eine mobile Nutzung außerhalb des WLAN’s bieten derzeit allerdings nur wenige Dienste an.

IPTV selbst machen: Lösungen für den eigenen Haushalt

Fritz.Box Cable
Die Fritz.Box Cable verteilt das DVB-C Signal im eigenen Haushalt. – Bild: AVM
Die Anzahl an IPTV Angeboten im Internet ist groß. Neben dem legalen Angebot von Zattoo gibt es eine Vielzahl illegaler Angebote, die sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Sender verbreiten. Die Nutzung ist mit Vorsicht zu genießen. Doch es gibt für den eigenen Haushalt noch eine Alternative: Per WLAN kann mit den richtigen Geräten quasi ein eigenes IPTV Netz im eigenen Haushalt geschaffen werden.

DVB-C im ganzen Haus mit der Fritz.Box 6360

Eine Möglichkeit bietet sich mit der Fritz.Box 6360, die in einer modifizierten Version auf der Computermesse CeBIT gezeigt wurde. Mit Hilfe eines digitalen Kabelanschlusses kann das Fernsehsignal der anliegenden Sender ganz einfach per WLAN verbreitet werden. Die Streams können mit dem VLC Player auf dem PC oder aber mit dem MX Player auf einem Android-Tablet angeschaut werden. Durch die Nutzung des digitalen Kabelanschlusses steht die volle Vielfalt an Sendern zur Verfügung. Allerdings können die Sender nur in SD-Qualität gesehen werden. Zudem ist noch unbekannt, ob und wann die modifizierte Fritz.Box 6360 in den Handel kommt und ob mit einer eigenen App der Zugriff auf die TV Streams aus dem eigenen Netzwerk noch verbessert wird.

Der Tivizen iPlug stream DVB-T via WLAN

Eine weitere Lösung, die allerdings schon auf dem Markt ist, ist der Tivizen iPlug. In Deutschland wird das Gerät von iCube vertrieben. Es handelt sich dabei um einen DVB-T Empfänger, der einfach an der Steckdose angeschlossen werden kann. Über die integrierte Antenne kann das DVB-T Signal entweder an PC’s, Smartphones oder Tablets gestreamt werden. Dafür wird lediglich eine passende App benötigt, die für Windows, Android und iOS verfügbar ist. Vorteilhaft ist diese Art besonders für Nutzer, die möglichst unkompliziert Fernsehen in guter Qualität genießen wollen. Auch die Aufnahme von Fernsehprogrammen mit Hilfe der Apps ist möglich. Nachteilig ist jedoch, dass in vielen Bundesländern lediglich einzelne öffentlich-rechtliche Programme über DVB-T gesehen werden können. Der Tivizen iPlug ist für rund 80 Euro erhältlich.

IPTV: Zahlreiche Medienunternehmen planen Windows 8-Apps

Zattoo unter Windows 8
Mit Zattoo kann unter Windows 8 Live-Fernsehen gesehen werden.
Schon kurz nach dem Release von Windows 8 Ende Oktober 2012 hatte ProSieben eine passende App für das Betriebssystem im Programm. Der Sender stand damit lange Zeit allein als Sender mit einer eigenen App auf dem System da. Doch die Konkurrenz wächst schnell. Wie das Portal Teltarif.de berichtet werden in diesem Jahr viele große Medienunternehmen eine eigene App für Windows 8 und Windows RT bereitstellen, mit denen Inhalte als Video on Demand oder im Live TV zur Verfügung stehen.

N-TV hat vor kurzem eine eigene Windows 8 App veröffentlicht

Die Reihe an Releases für Windows 8 im Jahr 2013 startete der Nachrichtensender n-TV, der vor wenigen Tagen eine eigene Anwendung für das System bereitstellte. Darin können Nachrichten gelesen, Liveticker verfolgt und Videoinhalte abgerufen werden. Damit steht die erste App des Medienunternehmens RTL zur Verfügung. Die Mediengruppe plant in diesem Jahr noch mit RTL Inside die Second Screen Plattform des Senders als Windows 8 App zu veröffentlichen. Darin haben Nutzer dann auf dem System die Möglichkeit, Informationen über eine Sendung während der Ausstrahlung abzurufen und über die Inhalte auf dem Fernseher zu chatten. Das Unternehmen plant zudem in diesem Jahr noch weitere Windows 8 Apps zu veröffentlichen.

Live TV gibt’s derzeit nur über Zattoo und FilmOn

Auch die ProSiebenSat.1 Gruppe hat weitere Produkte für Windows 8 im Visier. So soll in diesem Jahr noch eine MyVideo App erscheinen. Weitere Apps werden derzeit laut Aussage des Unternehmens geprüft. Auch das ZDF wird in diesem Jahr noch eine eigene App der Mediathek veröffentlichen. Live-Inhalte sind bei den Apps der Medienunternehmen wie auch bereits unter iOS und Android derzeit eher noch Mangelware. Doch auch hier gibt es für Windows 8 bereits passende Angebote. So ist seit einigen Wochen eine App des IPTV-Dienstes Zattoo erhältlich, die alle öffentlich-rechtlichen Sender sowie einige private Fernsehsender mit im Programm hat. Die App „Live TV“ von Film On bietet ebenfalls diverse Liveprogramme des nationalen und internationalen Fernsehens mit Hilfe einer eigenen App unter Windows 8 an.

IPTV-Quotenmessung: Kleine Sender profitieren von der Messung

Das Logo der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung
Die ersten IPTV Quoten zeigen: Die großen Sender verlieren, die kleinen gewinnen.
Mit Hilfe des Audiomatchings hat die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung im August dieses Jahres ein neues Verfahren eingeführt, mit dem erstmals die Quoten von IPTV erhoben werden sollten. Das soll, so die AGF, bisher recht zuverlässig funktionieren. Das Audiomatching ist ein Verfahren, bei dem der Ton einer Sendung analysiert und einer Sendung zugeordnet wird. Die ersten Daten wurden zwischen August und Oktober erhoben und jetzt veröffentlichtNur in 10 Prozent aller Fälle konnte die Zuordnung nicht erfolgen. Das kann zum einen an technischen Problemen, zum anderen aber auch an der Nutzung von Video-on-Demand Inhalten liegen. Die werden nämlich nur bis drei Tage nach Ausstrahlung einer Sendung erfasst. Speziell die größeren Sender können mit den Ergebnissen jedoch nicht so wirklich zufrieden sein, denn sie verlieren massiv bei IPTV Nutzern.

Große Sender verlieren massiv an Reichweite

Die Unterschiede mögen auch deswegen zustande kommen, weil die Demografie der IPTV-Nutzer eine andere ist als die des traditionellen Fernsehzuschauers. Im Durchschnitt ist der Zuschauer jünger, lebt häufiger in der Großstadt, hat ein größeres Einkommen und der Anteil an Männern ist deutlich höher. Auch der Anteil an Pay-TV Nutzern ist größer. Die Unterschiede der Demografie spiegeln sich sehr deutlich in den Marktanteilen wieder. So hat RTL in der werberelevanten Zielgruppe zwischen 14 und 49 statt einem Marktanteil von 15,2 Prozent beim klassischen Fernsehen im IPTV nur noch 10,4 Prozent. Auch Sat.1 hat mit 6,8 statt 9,6 Prozent gegenüber dem klassischen Fernsehen etwas eingebüßt. Auch die öffentlich-rechtlichen Programme haben Einbußen erleiden müssen. Die ARD kam auf 5,2 statt 7,0 Prozent während das ZDF 5,6 statt 6,9 Prozent der Zuschauer für sich begeistern konnte. Den größten Verlust hat RTL 2 hinnehmen müssen. Das Programm erreichte nur 3,0 Prozent aller IPTV Zuschauer, während im klassischen Fernsehen immerhin 6,6 Prozent erreicht werden. Nur ähnlich gut schlug sich das Programm von ProSieben. Im klassischen Fernsehen kann das Programm 10,9 Prozent der Zuschauer erreichen, im IPTV immerhin noch 10,5 Prozent.

Informationssender punkten beim IPTV Publikum

Eine Überraschung bei der Messung war das Programm von DMAX. Während es im klassischen Fernsehen einen durchschnittlichen Marktanteil von 1,3 Prozent verbuchen kann sehen via IPTV immerhin 2,8 Prozent zu. Teilweise erreichten Sendungen sogar bis zu 30 Prozent Marktanteil. Auch die Infosender konnten bei der Erhebung überzeugen. Phoenix erreichte via IPTV 2,5 statt der vom klassischen Fernsehen bekannten 1,0 Prozent. N24 schaffte mit 2,1 Prozent gegenüber 1,5 Prozent auch im IPTV einen leichten Gewinn. Die RTL Konkurrenz n-tv hat im IPTV lediglich ein kleines Wachstum von 0,2 Prozent gegenüber der Quote des klassichen Fernsehens erreichen können. Am meisten überraschte bei IPTV wahrscheinlich ZDF Info. Das Programm, welches beim klassischen Fernsehen nur 0,6 Prozent aller Zuschauer erreicht schaffte im Internetfernsehen immerhin 2,5 Prozent. ZDF Neo profitiert ebenfalls vom IPTV und konnte einen Marktanteil von 1,3 statt 0,6 Prozent erreichen. Doch auch kleine Sender verlieren im IPTV. So hat zum Beispiel Sixx mit 0,7 statt 1,0 Prozent dazu. Auch Tele 5 schlägt sich mit 0,6 statt 1,3 Prozent erheblich schlechter. Ein genereller Trend: IPTV Haushalte schauen im Schnitt mehr Sportübertragungen und Serien, dafür aber erheblich weniger Filme.

Tape.tv: Verfügbarkeit für weitere Geräte und Bezahlmodell geplant

tape.tv Musikfernsehen
tape.tv versorgt seit 2008 Musikfans mit einem linearen aber beeinflussbaren Musikprogramm.

Das klassische Musikfernsehen feiert seit einigen Jahren im Internet sein großes Revival. Besonders begehrt sind die Plattformen tape.tv und putpat.tv. Die Seite tape.tv plant in den kommenden Jahren eine Erweiterung des eigenen Geschäftsmodell. Diese bringt technische Änderungen sowie ein Bezahlmodell mit sich. Zunächst einmal möchte tape.tv mit Hilfe des HTML 5 Standards den Sprung auf alle möglichen mobilen Endgeräte schaffen. Auch eine Umsetzung für Smart TVsist geplant.

Die bisherige Werbung muss überdacht werden

Erst im Oktober wurde tape.tv mit einer überarbeiten Oberfläche und mit neuen Inhalten vorgestellt. Immer mehr in den Vordergrund rücken dabei nicht nur die Videoclips, sondern auch moderierte Shows. Die Seite möchte ein Vollprogramm im Bereich Musikfernsehen anbieten. Bisher wird dieses Modell vorwiegend durch Werbung finanziert, die als Rahmen um das Musikvideo sowie in Form klassischer Spots erscheint. Tabletnutzer, so sagte Conrad Fritzsch gegenüber der Nachrichtenagentur DPA, seien von klassischen Spots zwischen Musikvideos genervt. Dementsprechend arbeite das Unternehmen an einer neuen Werbeform, die nicht mehr nerven soll. Weiterhin ist ein Bezahlmodell geplant, mit dem Nutzer die Inhalte werbefrei und in HD-Auflösung ansehen können sollen. Außerdem soll es im Bezahlmodus mehr Personalisierungsmöglichkeiten beim Programm geben.

Fernsehen wird durch das Internet wieder an Bedeutung gewinnen

Fritzsch kritisierte in dem Artikel der DPA die Verwahrlosung des Fernsehens zu einem Nebenbeimedium. Seiner Ansicht nach kann das Internet einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das Fernsehen wieder zu reparieren. Tape.tv besteht bereits seit 2008. Der Songkatalog umfasst Künstler aller Majorlabels. Immer mehr nimmt die Seite auch Künstler aus dem Indiebereich mit ins Programm. Es sei für das Unternehmen spannend, neue Künstler zu entdecken. Das Programm ist interaktiv beeinflussbar, ermöglicht die gezielte Suche von Titeln sowie die Erstellung eigener Mixtapes. Die Seite zeichnet sich durch einen Mix von redaktioneller Programmgestaltung in Kombination mit der Auswertung von Nutzerdaten aus. Die Seite verbindet dabei eine Nutzung über den Browser und über Apps auf iOS und Android miteinander.