IPTV-Quotenmessung: Kleine Sender profitieren von der Messung

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Die ersten IPTV Quoten zeigen: Die großen Sender verlieren, die kleinen gewinnen.
Mit Hilfe des Audiomatchings hat die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung im August dieses Jahres ein neues Verfahren eingeführt, mit dem erstmals die Quoten von IPTV erhoben werden sollten. Das soll, so die AGF, bisher recht zuverlässig funktionieren. Das Audiomatching ist ein Verfahren, bei dem der Ton einer Sendung analysiert und einer Sendung zugeordnet wird. Die ersten Daten wurden zwischen August und Oktober erhoben und jetzt veröffentlichtNur in 10 Prozent aller Fälle konnte die Zuordnung nicht erfolgen. Das kann zum einen an technischen Problemen, zum anderen aber auch an der Nutzung von Video-on-Demand Inhalten liegen. Die werden nämlich nur bis drei Tage nach Ausstrahlung einer Sendung erfasst. Speziell die größeren Sender können mit den Ergebnissen jedoch nicht so wirklich zufrieden sein, denn sie verlieren massiv bei IPTV Nutzern.

Große Sender verlieren massiv an Reichweite

Die Unterschiede mögen auch deswegen zustande kommen, weil die Demografie der IPTV-Nutzer eine andere ist als die des traditionellen Fernsehzuschauers. Im Durchschnitt ist der Zuschauer jünger, lebt häufiger in der Großstadt, hat ein größeres Einkommen und der Anteil an Männern ist deutlich höher. Auch der Anteil an Pay-TV Nutzern ist größer. Die Unterschiede der Demografie spiegeln sich sehr deutlich in den Marktanteilen wieder. So hat RTL in der werberelevanten Zielgruppe zwischen 14 und 49 statt einem Marktanteil von 15,2 Prozent beim klassischen Fernsehen im IPTV nur noch 10,4 Prozent. Auch Sat.1 hat mit 6,8 statt 9,6 Prozent gegenüber dem klassischen Fernsehen etwas eingebüßt. Auch die öffentlich-rechtlichen Programme haben Einbußen erleiden müssen. Die ARD kam auf 5,2 statt 7,0 Prozent während das ZDF 5,6 statt 6,9 Prozent der Zuschauer für sich begeistern konnte. Den größten Verlust hat RTL 2 hinnehmen müssen. Das Programm erreichte nur 3,0 Prozent aller IPTV Zuschauer, während im klassischen Fernsehen immerhin 6,6 Prozent erreicht werden. Nur ähnlich gut schlug sich das Programm von ProSieben. Im klassischen Fernsehen kann das Programm 10,9 Prozent der Zuschauer erreichen, im IPTV immerhin noch 10,5 Prozent.

Informationssender punkten beim IPTV Publikum

Eine Überraschung bei der Messung war das Programm von DMAX. Während es im klassischen Fernsehen einen durchschnittlichen Marktanteil von 1,3 Prozent verbuchen kann sehen via IPTV immerhin 2,8 Prozent zu. Teilweise erreichten Sendungen sogar bis zu 30 Prozent Marktanteil. Auch die Infosender konnten bei der Erhebung überzeugen. Phoenix erreichte via IPTV 2,5 statt der vom klassischen Fernsehen bekannten 1,0 Prozent. N24 schaffte mit 2,1 Prozent gegenüber 1,5 Prozent auch im IPTV einen leichten Gewinn. Die RTL Konkurrenz n-tv hat im IPTV lediglich ein kleines Wachstum von 0,2 Prozent gegenüber der Quote des klassichen Fernsehens erreichen können. Am meisten überraschte bei IPTV wahrscheinlich ZDF Info. Das Programm, welches beim klassischen Fernsehen nur 0,6 Prozent aller Zuschauer erreicht schaffte im Internetfernsehen immerhin 2,5 Prozent. ZDF Neo profitiert ebenfalls vom IPTV und konnte einen Marktanteil von 1,3 statt 0,6 Prozent erreichen. Doch auch kleine Sender verlieren im IPTV. So hat zum Beispiel Sixx mit 0,7 statt 1,0 Prozent dazu. Auch Tele 5 schlägt sich mit 0,6 statt 1,3 Prozent erheblich schlechter. Ein genereller Trend: IPTV Haushalte schauen im Schnitt mehr Sportübertragungen und Serien, dafür aber erheblich weniger Filme.

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