Ereilt das Fernsehen das gleiche Schicksal wie die Zeitung?

Nielsen Studie bescheinigt Rückgang der Fernsehzuschauer
Quelle: Nielsen
Durch das Internet verändert sich die Medienszene immer weiter. Leidtragendes Medium war zunächst die Zeitung, bei der sich ein großer Einbruch im Bezug auf die Verkaufszahlen und in Folge dessen der Umsätze durch die neue Konkurrenz (aus dem) Internet bemerkbar machte. Auch die Werbebranche bemerkte die Veränderungen sodass immer weniger Geld in den USA in die Werbung in Zeitungen und mehr in Internetinhalte investiert wird. Die Frage, die sich jetzt den Unternehmen aus der Fernsehbranche stellt: Droht dem Fernsehen das gleiche Schicksal?

Nutzer schauen Video on Demand statt Live TV

Die Anzahl an Alternativen zum normalen Livefernsehen per Kabel, Satellit oder DVB-T sind mittlerweile sehr groß. Durch den Internetzugang über Smart TVs, die von sämtlichen Gerätehersteller angeboten werden, lassen sich Videoangebote wie Youtube, Maxdome und andere Video on Demand Dienste leicht auf Fernsehgeräten darstellen. Die Folge: Nutzer können Sendungen, Videoclips und auch Informationssendungen wie Nachrichten auf Abruf konsumieren. Durch den Abruf von Sendungen über Mediatheken, digitale Videorecorder und Bezahldienste wie etwa iTunes (Infos hier) konsumieren immer weniger Zuschauer Fernsehwerbung. Das spiegelt sich auch in den Zahlen einer Nielsen Studie wieder, die einen Rückgang des TV-Konsums von 90 Prozent auf 83 Prozent aller Nutzer bescheinigt. Gleichzeitig stieg der Prozentsatz der Nutzer, die Videoangebote im Internet nutzen auf 84 Prozent. Damit ist der Video on Demand (kurz: Vod) Konsum über das Internet erstmals höher als der Live TV Konsum. Eine Folge wird in absehbarer Zeit das Einbrechen der Werbeumsätze im klassischen Fernsehmarkt sein.

Vom Senderkonsum zum Inhaltekonsum

Die Seite Business Insider sieht eine Veränderung in der Art, wie Nutzer ihre Inhalte auswählen. Demnach werden Nutzer in Zukunft weniger auf die Markenbekanntheit großer TV-Netzwerke achten, sondern vielmehr sich an den Inhalten orientieren. Das heißt der TV-Zuschauer der Zukunft wird darauf bestehen, komplette Sammlungen von Inhalten auf seinem Fernsehgerät vorzufinden, aus denen er selbstständig auswählen kann. Relevanz für das Live-Fernsehen werden nur noch für große Sportereignisse und Nachrichtenreportagen über Großereignisse haben, bei denen Zuschauer auf Liveinhalte angewiesen sind. Die Folge ist, dass TV Sender an einem gemeinsamen On-Demand-Angebot für Inhalte arbeiten sollten, wie es mit Hulu in den USA bereits vorhanden ist. Wichtig ist zudem, dass die Plattform über viele Systeme wie Smart TVs, Smartphones und Tablets zugänglich ist. Die Inhalte können dann durch personalisierte Werbung noch besser vermarktet oder als Abonnement für einen Festpreis angeboten werden.

Uns interessiert, wie und auf welchen Geräten ihr zur Zeit Fernsehen nutzt. Und wie sieht ihr die Zukunft des Fernsehens?

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